Geowissenschaften
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Als die Erde zu Eis erstarrte

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Karl Urban
Autor
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Franziska Konitzer
Moderatorin
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Christian Meier
Lektorat

Die Vereisung fing an den Polen an. Eisschollen ballten sich zu Packeis und überspannten bald den arktischen und antarktischen Ozean. Auch Kontinente in der Nähe der Pole wurden von Eis überzogen, während von den großen Gebirgen hinab Gletscher immer tiefer in die Täler vordrangen. Es war der Beginn einer Eiszeit, die eigentlich zur Erde dazugehören: Alle paar Jahrtausende gab es in jüngerer geologischer Vergangenheit solche Phasen. Unsere Vorfahren erlebten und überlebten vor 23.000 Jahren den Höhepunkt der letzten Eiszeit. Aber diese war ganz anders.

Karl erzählt die Geschichte einer der extremsten Phasen der Erdgeschichte: Vor 650 Millionen Jahren froren nicht nur Teile der Kontinente zu, sondern die Erde gefror komplett. Alle Landmassen und Ozeane waren zwischen den Polen und dem Äquator von Eis bedeckt. Der Blaue Planet war weiß geworden. Diese Phase dauerte in zwei Episoden unvorstellbare 67 Millionen Jahre an. Die Theorie hielten die meisten Geologinnen und Geologen zuerst für so extrem, dass es fast 40 Jahre dauerte, bis die Fachwelt die Idee von Schneeball Erde akzeptierte. Denn es fand sich mitterlweile eine Erklärung, wie die zum Schneeball gefrorene Erde auftauen konnte.

Episodenbild: NASA

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17 Kommentare

  1. Müzli sagt

    (Da ihr ja gerade angesprochen habt, dass der Pluto unrechtmäßig von seinem rechten Platz am Planetenhimmel verdrängt wurde;-) Warum gilt überhaupt der Jupiter als Planet? Es ist doch allgemein bekannt, dass ein beachtlicher Teil seiner Bahn von Trojanern und Griechen besiedelt sind.

  2. Hendrik sagt

    Macht bitte mal gemeinsam eine Deutschland-Rundreise und bringt dann einen Bildband raus: „10 Stellen an denen außer dem Geologen niemals jemand freiwillig anhalten würde“ 🙂

    • Ich kenne die plötzlichen Stops an zweifelhaften Stellen auch von Botanik-Enthusiasten. Bei Familienurlauben früher gab es manchmal Stress, wenn mein Vater eine Vollbremsung für ein am Straßenrand blühendes Exemplar von Pterocephalis perennis oder Erysimum scoparium oder was auch immer hinlegte und sich meine Mutter erstens über die Vollbremsung aufregte und zweitens darüber, dass mein Vater seine Augen beim Fahren offenbar so wenig auf der Straße und so viel in der Umgebung hatte, dass er auch kleine Pflänzchen im Schotter entdeckte…

    • Manhauling. Menschen (in diesem Fall: Männer) ziehen schwere Schlitten mit Ausrüstung und Proviant selbst über das Eis.
      https://en.wikipedia.org/wiki/Manhauling

      Beim Wettkampf um den Südpol zwischen Shackleton (Norwegen) und Scott (GB) war das ein wesentlicher Unterschied gewesen. Die Norweger setzten wie die Inuit von Grönland auf Schlittenhunde, die Briten setzten auf wenig ausgereifte Motorschlitten und Ponys – als beide versagten auf Manhauling. Das war einer der Gründe, warum die Scott-Expedition so tragisch scheiterte.

      Was Franzi hier glaube ich irritiert, ist dass die Expedition von Brian Harland 1949 stattfand, 37 Jahre nach Shackelton und Scott. Die sind allerdings nur auf dem Eis vor Svalbard unterwegs und wollen keinen ganzen Kontinent überqueren.

  3. Stefan sagt

    Kleine Anmerkung: Ich glaube, Du meinst Amundsen und Scotts Wettlauf um den Südpol. Shackleton war der mit der Endurance Expedition und ebenfalls Brite wie Scott

  4. Zur Frage ob die ganze Erde gefroren war und wie das Leben den Schneeball überdauern konnte – Sofern die vulkanische Aktivität vergleichbar war wie heute, so müsste es doch zu jederzeit kleine Bereiche gegeben haben, wo die kontinentalen Gletscher durch Vulkanismus aufgetaut wurden und somit kleine Tümpel am Sonnenlicht existieren konnten?

  5. Hendrik sagt

    An den Vulkanismus und heiße Quellen musste ich auch denken.. da sich die dicke Eisschicht langsam gebildet hat, müsste es durchaus „freie“ Stellen gegeben haben? Oder sind die nicht dauerhaft aktiv, so dass sich mit etwas Verzögerung dort noch noch Eis bilden konnte?

  6. Stefan sagt

    Hallo,

    also zuerst mal ihr seit super, ich bin jetzt mit dieser Folge auf euch gestoßen, und habe dann innerhalb von zwei wochen eure Folgen verschlungen, weil es super recheriert ist, und man vor allem merkt wieviel Arbeit dadrin steckt. Sympatisch, Humorvoll, ach einfach super.

    Aber was mich mal interesieren würde, ihr habt ja jetzt eine Geschichte gemacht, wie es dazu kam, wie es nachgewiesen wurde, dass die Erde einmal ein Eisklumpen war und wie die Erde da wieder rauskam. Was mich mal super interressieren würde, wie kommt man den von einer Warmzeit, die wir ja haben, bzw. stark drauf zusteuern zu einer Kaltzeit, also wie kommt man zu einer Abkühlung.

    Ich habe diese Frage übrigens schon an verschiedene Experten gerichtet, aber bisher keine Antwort bekommen, vielleicht könnt ihr ja helfen.

    • Hallo Stefan,

      danke fürs Lob. Der normale Kalt-Warmzeit-Zyklus, den die Erde in den letzten normaleren Jahrmillionen ihrer Geschichte erlebt, ist gesteuert von den Milanković-Zyklen. Das sind Schwankungen drei verschiedener Parameter der Erdbahn, die im Bereich von Zehntausenden bis Hunderttausenden Jahren die Intensität der Sonneneinstrahlung verändern, die auf der Erde in unterschiedlichen geografischen Breiten ankommt. Konkret schwanken da die Präzession der Rotationsachse der Erde, die Neigung der Rotationsachse und zuletzt die Exzentrizität der Erdbahn (Abweichung von der Kreisbahn) um die Sonne:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Milankovi%C4%87-Zyklen

    • Vielleicht noch als Ergänzung: Neben dieser hauptsächlichen Ursache für Kalt/Warmzeiten auf geologischen Zeitskalen gibt es noch andere Faktoren, die Kaltzeiten und kürzere, kühle Perioden auslösen bzw. einen Beitrag leisten können, zum Beispiel Zeiten niedriger Sonnenaktivität oder hoher vulkanischer Aktivität. Ein Stichwort hier ist die sogenannte kleine Eiszeit – im Wikipedia-Artikel dazu werden mehrere mögliche Ursachen diskutiert und man bekommt eine Ahnung davon, wie komplex das Klimasystem ist und wie wichtig bisher noch nicht vollständig verstandene Zusammenhänge und Rückkopplungen sein können.

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