Astronomie
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Dunkle Materie: Wo sind die WIMPs?

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Franziska Konitzer
Autorin
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Karl Urban
Moderator

Wir kommen live auf die Bühne! Franzi und Karl sind am 7. November 2023 um 18:30 Uhr im Universum Bremen zu Gast. Hier gibt es (noch) Karten. (Verschoben vom 10.10.)

Dunkle Materie muss es geben – jene unsichtbare Materie, die auch unsere Galaxie vor dem Auseinanderfliegen bewahrt. Bis zu 85 Prozent aller Materie in unserem Universum sollte daraus bestehen. Aber wo ist sie? Und was ist sie? Als guter Kandidat galten und gelten hypothetische Teilchen namens WIMP (weakly interacting massive particles). Stimmt das, wäre unsere ganze Galaxie in einen Nebel aus jenen zwar massereichen, aber extrem flüchtigen Teilchen regelrecht eingebettet. Auch durch die Erde würden in jedem Moment von Billionen von WIMPs fliegen.

Zwar gelten die WIMPs als guter Kandidat für die so dringend gesuchten Materieteilchen – aber ihr Nachweis auf der Erde gestaltet sich als schwierig. Oder doch nicht? Es gibt da zumindest ein Experiment in einem italienischen Labor, rund 1400 Meter unter der Erde, das behauptet: Wir haben die WIMPs gefunden! Und das schon seit über 25 Jahren!

Franzi erzählt die Geschichte des Dramas um das DAMA-Experiment: eine Geschichte vom Suchen und, nun ja, Nicht-Finden der Dunklen Materie – eine Erfolgsgeschichte der wissenschaftlichen Methode oder doch eher ein Trauerspiel?

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Quellen

3 Kommentare

  1. Luis sagt

    Hey,

    die Folge hat mich in meiner Uni Zeiten zurückversetzt. DAMA/Libra war immer Thema in der Vorlesungen. Als ich 1 Jahr in Melbourne verbracht habe, hatte sich eine Kollaboration gebildet, ein Experiment für die Suche nach dunkle Materie in der südliche Halbkugel gebildet. Einer der Argumente war: es kann sein, dass die DAMA Signal atmosphärische Natur ist und mit den Jahreszeiten zu tun hat. Alle bisherige Experimente lagen auf der Nordhalbkugel. Wenn man im Süden die „Modulation“ der Signal finden würde, dabei aber mit einer anderen Phase, wäre es klar, dass es terrestrisch ist.

    Das Experiment heißt SABRE und verfolgt ein ähnliches Prinzip wie DAMA. Es hat erst 2022 gestartet.

    Als Kuriosität: das Experiment befindet sich in einer Goldmine weil man ja das ganze Background umgehen will. Eine der Postdocs der damals daran gearbeitet hat musste mit dem Rauchen aufhören, weil sonst hätten seine, durch das Rauchen radiaktiv gewordene, Lungen, die Messungen gestört.

  2. Martin Klitscher sagt

    Hallo,

    danke für euren Podcast! Ihr beschreibt hier komplexe Sachverhalte auf eine verständliche und entspannte Art. Das gefällt mir sehr!

    Was nach dieser Sendung noch fehlt, ist meiner Meinung nach ein Podcast von euch zum Euclid Weltraumteleskop und dessen Beitrag zur Erforschung der dunklen Materie. Das wäre dann perfekt! Man wird ja noch träumen dürfen 🙂

  3. Florian sagt

    Ich fand diese Folge – wie immer – sehr gut. Ihr seid ein tolles Team und ergänzt euch sehr gut!

    Einen Gedanken habe ich noch: Mich erinnert die Aufstellung und die Grundannahmen des DAMA Experiments an die Äther-Experimente im 19. Jahrhundert. Hier ging man auch von einem statischen Medium aus, durch das sich die Erde hindurch bewegt. Mir leuchtet allerdings nicht ein, warum sich (dunkle) Materie, die gravitativ wechselwirkt, NICHT zusammen mit der Erde um die Sonne bzw. das Galaktische Zentrum drehen sollte. Insofern würde ich gar kein saisonales Muster erwarten.

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