Geowissenschaften
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Warum hat die Welt Inge Lehmann vergessen?

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Karl Urban
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Franziska Konitzer
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Geologinnen und Geologen schauen sich gerne Steine an, und das nicht nur, wenn sie glitzern und funkeln. Denn Steine verraten etwas über das Erdinnere, in dem viele von ihnen entstanden sind. Die geologische Sammelwut im Namen der Forschung hat aber ihre Grenze: Die meisten Steine, die wir finden, stammen aus der Erdkruste, der vergleichsweise dünnen äußersten Schicht des Planeten. Nur sehr selten sind Gesteine aus tieferen Schichten. Wer bis in den Kern blicken möchte, muss dagegen lernen, die Signale der Erdbebenwellen zu verstehen.

In dieser Episode erzählt Karl die Geschichte eines Menschen, dem es erstmalig gelang, bis hinab in den inneren Kern der Erde zu blicken. Es ist die Geschichte der dänischen Mathematikerin, Geodätin und Seismologin Inge Lehmann. Fast gleich alt wie die Physiker Albert Einstein oder Niels Bohr, forschte sie in und trotz einer wissenschaftlichen Welt, in der Frauen keine Rolle spielen durften.

Episodenbild: The Royal Library, National Libary of Denmark and University of Copenhagen University Library

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3 Kommentare

  1. Markus Feiter sagt

    Hallo ihr zwei,
    das ist eine sehr interessante Folge über eine unverständlicherweise nahezu unbekannte geniale Wissenschaftlerin. Danke dafür.
    LG
    Markus

  2. Jörg sagt

    Hallo ihr beiden,

    eine tolle Folge über eine auch mit bis dahin unbekannte Frau. Ihr habt in der Folge gesagt, dass ihre Leistungen gerade in ihrer Heimat erst sehr spät anerkannt wurden und dass sie zumindest sehr spät eine Ehrendoktorwürde der Universität Kopenhagen erhalten hat. Das scheint aber ja nicht die einzige Auszeichnung gewesen zu sein, zumindest listet die Wikipedia Seite zahlreiche Auszeichnungen auf.
    Da steht auch etwas von einer Lehmann Diskontinuität, für mich als Laien um so seltsamer, dass selbst Geologen kaum etwas von ihr wissen.

    Macht weiter so
    Jörg

    • Hallo Jörg, von der Lehmann-Diskontinuität habe ich im Studium tatsächlich gehört, neben den ganzen anderen Diskontinuitäten im Erdmantel (Moho/Gutenberg/Wiechert). Da war es aber immer nur ein Name.

      Man muss sicher auch dazu sagen, dass im naturwissenschaftlichen Studium fachübergreifend eher wenig über Forschungsgeschichte gelehrt wird. Dennoch weiß ja beispielsweise ein*e angehende Physiker*in um die verschiedenen Akteure, die um die aufkommende Quantenmechanik miteinander gestritten haben (siehe Niels Bohr). In der Seismologie habe ich auf ähnliche Weise von einigen männlichen Forschern gehört, gerade z.B. besagten Beno Gutenberg oder Harold Jeffreys. Inge Lehmann hätte definitiv in diese Reihe gehört.

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